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Regenwassernutzung mit dem Öko Plus

Mall-Umwelt-Lexikon für Regenwasser

Mit dem Umwelt-Lexikon erklären wir Ihnen Begriffe aus den Produktbereichen Regenwasserbewirtschaftung, Abscheider, Kleinkläranlagen und Neue Energien.

Chemische Verbindungen werden durch physikalische, chemische und/oder biologische Vorgänge in einfacher gebaute Stoffe zersetzt. Zersetzung (oder Abbau, Degradierung) bedeutet in der Chemie und Biologie die Zerlegung einer chemischen Verbindung in kleinere Moleküle oder gar die Elemente durch physikalische, chemische oder biologische Einflüsse. Daher unterscheidet man die physikalische Zersetzung bzw. thermische Zersetzung, die chemische Zersetzung und die biologische Zersetzung bzw. den biologischen Abbau.

Der für die Abwasserreinigung relevante biologische Abbau unterteilt sich in:
Abbau, aerober
Abbau von Stoffen durch Bakterien und andere Kleinstlebewesen unter Verbrauch von Luftsauerstoff, z. B. in Belebungsbecken (SBR), Tropfkörpern, biologischen Festbetten, oder in der Kompostierung von Abfällen.

Abbau, anerober
Abbau von Stoffen durch Bakterien und andere Kleinstlebewesen, bei dem kein Sauerstoff verbraucht wird. Hierzu zählen die Vorgänge in Faultürmen oder Biogasanlagen.

Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG) WHG
Ausfertigungsdatum: 31.07.2009

§ 54 Abwasser, Abwasserbeseitigung

(1) Abwasser ist

1. das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie

2. das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser). Als Schmutzwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

Bundesgesetz von 1976, wirksam ab 01.01.1981. Für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer ist eine Abwasserabgabe zu zahlen. Diese Abgabe richtet sich nach der Schädlichkeit des Abwassers, die unter Zugrundelegung der Abwassermenge, der darin enthaltenen Metalle, Quecksilber und Cadmiumverbindungen, der oxidierbaren Stoffe und der Giftigkeit des Abwassers gegenüber Fischen in Schadeinheiten errechnet wird (Vergl. AbwAG).

Ziel der Abwasserbehandlung ist eine Beseitigung der Abwasserinhaltsstoffe und eine Wiederherstellung der natürlichen Wasserqualität. Nach § 57 WHG muss Abwasser vor der Einleitung in ein Gewässer (Direkteinleitung) nach dem Stand der Technik behandelt werden. Mindestanforderungen für häusliches- und kommunales- sowie Abwasser aus bestimmten Industrien werden konkret in der Abwasserverordnung genannt. Die Einleitung in öffentliche Abwasseranlagen (Indirekte Einleitung) wird durch § 58 WHG bestimmt.

Die Abwasserbehandlung umfasst alle Techniken mit dem Ziel der schadlosen Ableitung, Reinigung, Verwertung und Rückgewinnung von wiederverwendbaren Wertstoffen zur Senkung des Abwasseranfalls.

Bezeichnet zunächst die „Beseitigung“ bzw. Ableitung von Wasser von den Stellen, an denen es nicht mehr gebraucht wird oder zu Beschädigungen führt. Zur Beseitigung können öffentliche Kanäle mit anschließender Abwasserreinigung erforderlich sein, je nach Abwasserbeschaffenheit kommt aber auch die direkte, unbehandelte Einleitung (bei unverschmutztem Regenwasser) oder eine Behandlung direkt am Entstehungsort zum Einsatz.

Aus Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG) WHG
 Ausfertigungsdatum: 31.07.2009

§ 54 Abwasser, Abwasserbeseitigung

(2) Abwasserbeseitigung umfasst das Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln von Abwasser sowie das Entwässern von Klärschlamm in Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung. Zur Abwasserbeseitigung gehört auch die Beseitigung des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms.

Mechanische Abwasserreinigung
Das Entfernen von Sedimenten (Stoffe, die sich aufgrund ihrer Dichte im Wasser nach unten absetzen), und Flotaten (Stoffe, die sich aufgrund ihrer Dichte im Wasser nach oben abscheiden) nennt man mechanische Abwasserreinigung. Alternativ können Stoffe, die sich aufgrund ihrer Größe abtrennen lassen in Sieben oder Rechen zurückgehalten werden. Grobstoffe wie Sand, Papier, Kunststoffe und so weiter stören den, in der Regel nachfolgenden, biologischen Prozess und werden daher entfernt. Auch die Entfernung von Biologischem Schlamm am Ende des Reinigungsprozesses zählt zu den mechanischen Verfahren. Die mechanische Abwasserreinigung wirkt sich positiv auf die Energiebilanz der Kläranlagen aus. Einerseits sinkt der Sauerstoffbedarf in der biologischen Stufe um 25 – 50 %, anderseits kann durch die direkte Vergasung des Primärschlammes ein bis zu 30 % höherer Gasertrag und damit Energie zum Betrieb der Anlage gewonnen werden. Moderne Anlagen können so, unter Zuhilfenahme der Sonnenenergie, nahezu ohne Energie aus dem Netz auskommen.

Biologische Abwasserreinigung
Abbau von organischen Substanzen durch Mikroorganismen, anaerob oder aerob in Belebtschlamm-, SBR-Anlagen oder auf sogenannten biologischen Rasen in Tropfkörpern oder Festbettanlagen. Geschieht in Kläranlagen durch technisch intensivierte, biologische Selbstreinigung. Die im Abwasser enthaltenen organischen Bestandteile werden in der biologischen Abwasserreinigung einem Abbauprozess unterzogen. Der Abbau erfolgt durch Mikroorganismen wie Bakterien, Mikroalgen und Protozoen in Verbindung mit Sauerstoff. Dabei entstehen durch Umwandlungsprozesse anorganische Verbindungen (z.B. Kohlenstoffdioxid oder Wasser) und eine beständige Biomasse. Letztere sinkt im Nachklärbecken zu Boden und wird dort als Rücklaufschlamm bzw. Überschussschlamm aus dem Wasser entfernt und dem Zulauf wieder zugemischt oder weiterverarbeitet. Dieser Prozess geht ohne Störung vor sich, so lange die Kleinstlebewesen vor Säuren, Laugen und Giftstoffen geschützt sind und ihnen mit dem Abwasser stets neue Nahrung und genügend Sauerstoff zugeführt wird. In ausreichend bemessenen und sorgfältig betriebenen mechanisch-biologischen Kläranlagen können Abwässer so weit gereinigt werden, dass Fische darin leben können. In Kläranlagen, die den Regeln der Technik entsprechen, werden nur 90 % der Schmutz- bzw. Schadstoffe und Krankheitserreger aus dem Abwasser entfernt. Dort, wo die Restbelastung aus städtischen oder industriellen Abwässern noch zu hoch ist und/oder die Selbstreinigungskraft des aufnehmenden Gewässers (Vorfluter) übersteigt, wird eine weitergehende Abwasserreinigung (Dritte Reinigungsstufe) notwendig.

Chemische Abwasserreinigung
Abwasserbehandlung mit Chemikalien (Flockungs- und Fällmittel) zur Entfernung von Abwasserinhaltsstoffen (z.B. Phosphaten, Schwermetallen) und zur Neutralisation saurer oder basischer Abwässer.

Mit der Abwasser- oder Entwässerungssatzung regelt die Gemeinde oder die Stadt als Körperschaft des öffentlichen Rechts sowohl die technischen als auch die finanziellen Belange der kommunalen Pflichtaufgabe Abwasserbeseitigung. Die Gemeindeverbände veröffentlichen regelmäßig sog. Mustersatzungen, die den sich schnell ändernden Randbedingungen des Standes der Technik angepasst werdne. Eine der wesentlichen Aufgaben ist die Festsetzung von Beiträgen und Gebühren für die Benutzung der Abwasseranlagen sowie für die Behandlung des Abwassers. (Abwassergebührensatzung). Hoheitlich wird die Abwassersatzung von den Städten und Gemeinden aufgestellt.

Die Abwassertechnische Vereinigung (ATV) wurde am 10. Mai 1948 gegründet. Ein Kernstück der Tätigkeit der ATV war die berufliche Bildung der Mitarbeiter an abwassertechnischen Anlagen, um diesen das nötige Wissen für eine ordnungsgemäße Bedienung der Anlagen zu vermitteln. Ein weiteres Kernstück war das ATV-Regelwerk Abfall-Abwasser. Durch dieses Regelwerk wurden die Qualität der Planung, der Bau und der Betrieb von Abwasser- und Abfallanlagen stark verbessert. Durch den Zusammenschluss der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. (ATV) und des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK) entstand am 1. Januar 2000 die ATV-DVWK, die sich 2004 in Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) umbenannte.

Abwasserverordnung (AbwV): Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser.

Die AbwV bestimmt die Mindestanforderungen für das Einleiten von Abwasser in Gewässer aus den in den Anhängen bestimmten Herkunftsbereichen sowie Anforderungen an die Errichtung, den Betrieb und die Benutzung von Abwasseranlagen.

Die allgemeinen Anforderungen der AbwV und die in den Anhängen gekennzeichneten Emissionsgrenzwerte sind vom Einleiter einzuhalten, soweit nicht weitergehende Anforderungen in der wasserrechtlichen Zulassung für das Einleiten von Abwasser festgelegt sind. Die übrigen Anforderungen der Anhänge dieser Verordnung sind bei der Erteilung einer wasserrechtlichen Zulassung für das Einleiten von Abwasser festzusetzen. Anforderungen sind in die wasserrechtliche Zulassung nur für diejenigen Parameter aufzunehmen, die im Abwasser zu erwarten sind.

Vereinigungen mit dem Ziel, die Ableitung, Behandlung und Einleitung von Abwässern aus verschiedenen Betrieben oder Gemeinden gemeinschaftlich durchzuführen, z. B. in einem sogenannten Gruppenklärwerk für mehrere Orte. Eine Form der Abwasserzweckverbände stellen Wasser- und Bodenverbände (Genossenschaften) dar. In diesen Verbänden können auch natürliche und juristische Personen des Privatrechts wie Grundstückseigentümer, Bergwerke oder Industriebetriebe Mitglieder sein bzw. zwangsweise beigezogen werden. Abwasserzweckverbände sollen durch Zusammenlegen der Abwasserentsorgung die Reinigung von Abwasser wirtschaftlicher gestalten. Abwasserzweckverbände sollen durch Zusammenlegen der Abwasserentsorgung die Kosten verringern.

Vom Mensch verursachte Veränderung: Erhöhung der Salzfracht eines Gewässers durch die bei der Abwasserreinigung nicht entfernbaren Salze.